Das Landeskoordinationsprogramm fördert die strukturelle Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) mit besonderem Fokus auf globale Zusammenhänge in den Bildungssystemen der Länder. Das Programm trägt durch Berücksichtigung des individuellen Umsetzungsstandes von BNE in den einzelnen Bundesländern dazu bei, die vielfältigen landesspezifischen Ansätze weiterzuentwickeln und zu stärken.
Globales Lernen und BNE im Schulsystem verankern
Bildung in Deutschland fällt überwiegend in die Zuständigkeit der Bundesländer. Das Landeskoordinationsprogramm zielt darauf ab, die unterschiedlichen Ansätze der Länder zur strukturellen Verankerung von BNE zu fördern. Aus diesem Grund eröffnet es den Ländern die Möglichkeit, mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung eine Landeskoordinationsstelle BNE im jeweiligen Kultusministerium oder an einer nachgeordneten Behörde einzurichten.
Das Landeskoordinationsprogramm wird im Rahmen des Projekts „Globale Entwicklung in deutschen Bildungssystemen“ umgesetzt. Den inhaltlichen Rahmen bildet dabei der Orientierungsrahmen Globale Entwicklung (mitsamt seiner im Oktober 2025 veröffentlichten Erweiterung auf die gymnasiale Oberstufe), der in einem gemeinsamen Projekt der Kultusministerkonferenz und des BMZ erarbeitet wurde. Auf dieser Grundlage gestalten die Länder die jeweiligen Arbeitsschwerpunkte ihrer Landeskoordination, um BNE mit Fokus auf globalen Zusammenhängen strukturell in Schule, Curricula und Lehrkräfteaus- und -fortbildung zu verankern.
Engagement Global betreut und koordiniert das Programm und unterstützt die Landeskoordinationen durch Fortbildungen, Beratung und Möglichkeiten zur länderübergreifenden Vernetzung.
Die Aufgabenschwerpunkte der Landeskoordinationen orientieren sich an den folgenden Handlungsfeldern. Für Rückfragen zur landesspezifischen Arbeit sowie bei konkreten Anliegen stehen die Landeskoordinationen zur Verfügung. Ihre Kontaktdaten können der Übersichtskarte entnommen werden.
Die Orientierungsrahmen Globale Entwicklung bilden die konzeptionelle Grundlage der Arbeit der Landeskoordinationen. Die Landeskoordinationen spielen eine zentrale Rolle dabei, die Orientierungsrahmen Globale Entwicklung in wesentliche bildungspolitische Prozesse einzubringen, wie beispielsweise der Entwicklung von BNE-Rahmendokumenten sowie bei der Überarbeitung der Lehrpläne durch Bildungsplankommissionen.
Curriculumentwicklung
Lehrpläne und Rahmenvorgaben definieren, welche Inhalte im Unterricht behandelt und welche Kompetenzen gefördert werden. Die Landeskoordinationen BNE wirken an Prozessen der Lehrplan- und Curriculumentwicklung mit und bringen BNE mit globaler Perspektive im Sinne der Orientierungsrahmen Globale Entwicklung aktiv ein. Auf diese Weise arbeiten sie mit an einer strukturellen Verankerung einer BNE mit globaler Perspektive in den Ländern.
Whole School Approach / Whole Institution Approach
BNE im Sinne der Orientierungsrahmen Globale Entwicklung kann nur dann effektiv umgesetzt werden, wenn sie ganzheitlich und partizipativ gestaltet wird. Die Landeskoordinationen setzen sich in ihrer Arbeit daher gezielt für die Umsetzung des Whole School Approach (WSA) bzw. Whole Institution Approach (WIA) ein und stehen beratend für Schulentwicklungsprozesse im Sinne des WSA zur Verfügung. Sie verankern diesen Ansatz beispielsweise in den von ihnen begleiteten regionalen Modellschulprogrammen sowie in BNE-Netzwerken, um BNE als gelebte Schul- und Organisationskultur zu etablieren.
Kooperation von Schulen und Schulnetzwerken
Die Landeskoordinationen befähigen Schulen, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler zur Auseinandersetzung mit den Sustainable Development Goals (SDG) und BNE unter Einbezug der globalen Perspektive. Sie wirken aktiv an der Entwicklung, Steuerung und Umsetzung von regionalen Modellschulprogrammen und BNE-Schulnetzwerken mit. Dabei liegt der Fokus auf der Umsetzung praxisnaher Projekte, die einen direkten Bezug zur Lebenswelt der Schüler*innen herstellen.
Außerschulische Akteure
Zivilgesellschaftliche Organisationen, insbesondere Vereine und Initiativen aus dem Bereich der Entwicklungspolitik, sind zentrale Partner der BNE, da sie über ihre fachlichen Beiträge hinaus auf praktischer Ebene zeigen, wie lebendiges gesellschaftliches Engagement gestaltet werden kann. Die Landeskoordinationen tragen sowohl zur Vernetzung engagierter BNE-Akteure als auch zur Bereitstellung von Informationen bei.
Landes- und bundesweite Vernetzung
Die Landeskoordinationen tauschen sich landes- und bundesweit über erfolgreiche Ansätze und Maßnahmen aus und fördern den Erfahrungsaustausch zu Good Practice-Beispielen, Pilotprojekten und weiteren Entwicklungen im Bereich einer BNE mit globaler Perspektive. Im Fokus steht dabei die Vernetzung von BNE-Akteuren innerhalb des jeweiligen Bundeslands sowie über die Landesgrenzen hinaus. Zudem unterstützen die Landeskoordinationen die praktische Umsetzung von Länderinitiativen, wirken als strategische Impulsgeber dieser und fördern den interinstitutionellen fachlichen Austausch.
Lehrkräfte sind die entscheidenden Vermittler*innen von BNE mit globaler Perspektive in den Schulen. Die Landeskoordinationen arbeiten eng mit Landesinstituten, Universitäten und weiteren Bildungsakteuren der Bildungslandschaft zusammen, um BNE in allen drei Phasen der Lehrkräftebildung – vom Studium bis zur Fortbildung – strukturell zu verankern und zu stärken.
Kontakt zu den Landeskoordinatorinnen und -koordinatoren
In den meisten Bundesländern gibt es bereits Landeskoordinationsstellen. In mehreren weiteren werden derzeit Stellen aufgebaut.
Hier finden Sie eine Karte zur Übersicht über die Landeskoordinatorinnen und –koordinatoren sowie die Länderinitiativen.